Februar 2008

Donnerstag, 21.02.08

Vor genau vier Wochen bin ich hier in Newcastle angekommen. Und ich genieße jede Sekunde…!!!

Das war die beste Entscheidung in meinem Leben!

Zurück zu: Was bisher geschah. Nachdem ich endlich ein Zimmer gefunden (habt ihr auch schön alle bei google earth nachgesehen?), Bankkonto eröffnet und alle anderen organisatorischen Dinge geklärt hatte, konnte am 11.2. die Orientation Week starten. Überall wurde man mit zahlreichen Informationen überflutet, man bekam bunte Willkommenstüten in die Hand gedrückt und überall auf dem Campus gab es kostenlose BBQs. Das fing ja mal gut an. Die ganze Woche war mit Extraveranstaltungen für Internationals gespickt. Am ersten Tag mussten wir leider vier Stunden Studying and Staying legal in Australia über uns ergehen lassen. Naja, wir lernten daraus und nahmen die nächsten Tage nur noch die wirklich spannenden Sachen mit.  Am Dienstag fand dann im Campus eigenen Club Bar on the Hill eine große Willkommensparty statt. Viele bekannte Gesichter aus dem Hostel, kurz gesagt: ein gelungener Abend. Selbst für einen kostenlosen Busshuttle in die Stadt war gesorgt… Mittwoch habe ich dann am Strand verbracht, zwei Tage Uni reicht ja auch erst mal für den Anfang :) Am Abend wurde dann noch DER Club hier in Newcastle „Fanny’s“ ausgetestet. Also mein Club wird das definitiv nicht. Ich glaube unsere Truppe hat den Altersdurchschnitt doch um einiges angehoben. Am Valentine’s Day (Donnerstag) überraschte uns Steph mit einem super Pancake Frühstück; meine lieben Mitbewohner lieben als Toppings Honig, Peanut Butter, Nutella, Erdbeerkonfitüre und Sirup, und das ganze dann in jeglichen Kombinationen vermischt. So erlebte ich dann auch meine erste kulinarische Einführung in amerikanische Essgewohnheiten. Von der Uni wurde an diesem Tag eine Beach and City Tour organisiert. Ich liebe diese Stadt! Viele gute Tipps, die am Abend gleich ausprobiert wurden. So traf man sich bei Mon’s in der Darby Street, DER Ausgehstraße schlechthin (und ich wohne nur 10min zu Fuß entfernt). Am Freitag wurde nach der Uni zur Entspannung erst mal geshoppt. Wir müssen uns schließlich den Australiern anpassen und da sind Badeshorts und Thongs ein Must.

Am Samstag wurde für die Internationals eine „Excursion“ organisiert. Wir hatten die Wahl zwischen Reptile Park oder Nelson Bay. Ich entschied mich für letzteres, da ich unbedingt zum Dolphin Watching wollte. Und sie waren zum Anfassen nah! (Fotos folgen noch).

Unseren letzten freien Tag verbrachten wir mit Surfen. Nein, anders. Wir buchten Surflessons. Das ist der Spaß schlecht hin. Ich werde definitiv versuchen, mir hier ein Surfboard zu besorgen. Die Bedingungen waren leider für uns blutige Anfänger äußerst ungünstig. Extrem hohe Wellen, sodass wir die ganze Zeit nur damit beschäftigt waren, rauszupaddeln, um dann die perfekte Welle zu reiten. Naja, mit dem stand up hat’s leider immer noch nicht geklappt. Zu allem übel wurde Sam dann noch von einem bluebottle erwischt und zwar so heftig, dass er vor Schmerzen zitterte und erst mal 45min bei den lifeguards liegend verbrachte. Der Rest von uns ist mit blauen Flecken davon gekommen. Aber egal, THAT’S FUN!!!

Seit dieser Woche Montag hat die Uni so richtig begonnen. Ist schon wieder eine Umstellung, aber es bringt Spaß. Mittlerweile hatte ich auch alle meine vier gewählten Kurse und ich glaube, es wird anstrengend. Die Australier müssen vielmehr während des Semesters machen, als ich es aus Berlin gewöhnt bin. Zahlreiche Präsentationen, Assignments, Quizzes… Das Endexam zählt meist höchstens 30%. Ich bin ja mal gespannt… Die Kurse machen aber soweit einen viel versprechenden Eindruck: Human Pharmacology, Molecular Biology, Plant Cell & Molecular Biology und Introduction to Aboriginal Studies. Die Dozenten sind alle jung, motiviert und äußerst freundlich. Okay, mit der Freundlichkeit ist hier auch nichts Besonderes. Es ist üblich, alle mit dem Vornamen anzusprechen, was ich persönlich sehr angenehm, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig, finde. Der Campus ist unbeschreiblich. Sehr weitläufig, die Gebäude sind über den ganzen Busch verteilt. Um von A nach B zu kommen, muss man den Busch auf schmalen Wegen durchqueren, manchmal gibt es auch nur Brücken, von denen man dann nur Grün sieht. Stets begleitet wird man von Mücken (ich hatte in meinem Leben noch nie so viele Mückenstiche; das gute ist, sie sind nach einigen Stunden wieder verschwunden), jegliche Art von Krabbelgetier und außergewöhnlich schönen Vögeln. Angeblich werden jedes Semester auch Schlangen gesichtet, ich hatte noch nicht das Glück. Und ja, Spinnen gibt es zu genüge, aber alles ganz harmlos :) Ich gucke auch immer brav in meine Schuhe, bevor ich sie anziehe :)

Gut, ich muss jetzt ins Bett. Morgen muss die Uni dran glauben (bitte keine Kommentare, dass das bei mir ja nichts Neues ist): es geht für drei Tage nach SYDNEY. Leider ist mein Schlafmangel dank durchzechter Nacht doch auf einem hohen Level. Also, ich genieße weiterhin die Sonne, das Meer, das Leben…

 

Montag, 11.02.08

G’day mates! How is it going? Hallo ihr Lieben daheim im kalten Germany! Seit meinem letzten Eintrag ist ja doch so einiges passiert… Fangen wir mal an: nach 17 Tagen im Hostel habe ich DAS perfekte Haus gefunden. Wurde aber auch wirklich Zeit. Exakt mit insgesamt 45 Mädels habe ich in den 2 ½ Wochen das Zimmer geteilt. Aber es war teilweise wirklich sehr lustig und interessant, auch wenn man die Standardfragen „Where are you from? What’s your name? How long have you been travelling for?“ zum 50sten Mal gestellt bekommen hat. Am Samstag habe ich jedenfalls mein neues Zimmer bezogen und es ist ja mal sooooo geil! Das Haus wird von einem Australier vermietet, der zu seiner Studizeit auch mal im Ausland war und nun den Internationals eine super Zeit bescheren will. Das heißt, es gibt hier nichts, was es nicht gibt :) Er sorgt sogar für die Putzmittel. Mein Zimmer ist für australische Verhältnisse (zumindest was ich hier so gesehen hab, und ich hab eine Menge gesehen…) schön geräumig und natürlich fully furnished. Werd bei Gelegenheit mal Bilder machen. Ansonsten wohnen hier noch 5 weitere Studis. Im Keller teilen sich zwei Typen aus Miami ein Zimmer, ein Stockwerk drüber 2 Mädels (Stephanie, Devin) und 1 Typ (Sam) aus Kansas. Auf meiner Etage befindet sich dann noch eine der beiden Küchen (die andere ist im Keller) sowie eines der Badezimmer (das andere ist ebenfalls im Keller). Außerdem gibt es einen kleinen Garten/Hof/Austritt (wie auch immer man das hier bezeichnet, halt n back yard), natürlich mit BBQ, was sonst, und unseren drei Waschmaschinen. Ach unseren Fernsehraum hab ich ja total vergessen, liegt wahrscheinlich daran, dass wir ihn noch nie genutzt haben, es sind einfach immer zu viele Leute hier :) Ansonsten versteh ich mich mit allen super und ich hatte wirklich so ein Glück mit diesem Haus. Es liegt ca. 50m vom Newcastle Beach entfernt und Nobby’s Beach ist auch nur 2min zu Fuß. In den letzten drei Tagen ist es regelrecht zum Ritual geworden, dass wir alle zusammen vorm ins Bett gehen noch mal gucken, ob der Beach auch noch wirklich da ist ;). Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, es geht mir so super hier… Seit Samstag ist das Wetter auch endlich wieder so, wie man es sich in Australien vorstellt. Davor die Woche hat es nur geregnet. Und ich meine wirklich geregnet. In Strömen. Die Straße runter laufend. Gar nicht schön… Aber egal, sun is back! Oh Gott, die Zeit vergeht hier so unglaublich schnell!!!

Heute war ich dann auch das erste Mal aus offiziellem Grund in der Uni. Das heißt, das erste Mal seit drei Wochen wieder mit Wecker aufstehen und einen richtigen „Zeitplan“ haben. Unglaublich, wie schnell ich mich doch an diese relaxte Lebensart hier gewöhnt habe. NO WORRIES ist hier echt mein Lieblingsspruch geworden. Die Orientation Week hat begonnen. Naja, heut gabs erst mal zum Auftakt ein BBQ, gefolgt von 4 Stunden „very important information“. Hatte ich mir aber auch fast gedacht bei dem Titel: studying and staying legal in Australia. Egal, ich habe viele Leute wieder getroffen, die ich hier so in den letzten Wochen kennen gelernt habe, das hats dann rausgerissen :) Nächste Woche geht’s dann auch erst so richtig los, organisatorisch ist alles geregelt, der Urlaub war trotzdem schöner… Mal sehen, was die nächsten Tage noch so bringen.

Ich hoffe, ihr hab euch alle ganz Neid erfüllt meine Bilder angesehen. Es werden noch viele folgen, versprochen!

Guti, das war’s erst mal. Die Jungs haben grad Pizza geholt. YUMMY! See you mates!

Freitag, 01.02.08

Hallo meine Lieben! Mittlerweile bin ich schon seit über einer Woche hier in Newcastle und es gefällt mir wirklich gut. Ich habe ja meinen Blog die letzte Zeit doch sehr vernachlässigt, aber ich verspreche Verbesserung. Ich habe meine erste große Aufgabe in Angriff genommen: ein Zimmer finden. Meine ersten drei Besichtigungen hab ich hinter mir, meine ersten zwei Absagen allerdings auch. Und das noch ausstehende Zimmer ist nicht gerade der Burner. Also heißt es wohl weiter suchen. Das Hostel habe ich zumindest schon mal verlängert… Aber das wird schon.

Am Montag (hier war ja Feiertag dank des Australia Days) haben Jen und ich eine Weintour ins Hunter Valley unternommen. Absolut grandios! Da wohl alle anderen ihren Rausch ausschlafen mussten, hatten wir den Van inclusive australischem Guide für uns allein. Meine erste Weinverköstigung und ich muss sagen, ich hab Gefallen daran gefunden. So testeten wir uns durch das Angebot von Lindemans, Roche Wines, McGuigen. Außerdem besuchten wir den Hunter Valley Garden, The Hunter Valley Chocolate Company (dort wurde ich erst mal mit großen Augen angesehen, dass ich kein „Fudge“ kenne) und The Hunter Valley Olive Center. Wir hatten jedenfalls am Ende ganz schön ein im Tee, obwohl das Olivenöl wohl einiges kompensiert hat. Daran erkennt man wohl, dass wir keine Weinprobe-Experten sind. Alles was schmeckte, konnte ja nicht einfach weg gegossen werden :)

Am Dienstag hab ich hauptsächlich nach Wohnungen geschaut und relaxt. Man muss sich ja mal langsam der australischen Lebensweise anpassen. No worries also! Am Abend wurde ich dann noch in kanadische Kartenspieltechniken eingeführt. Ich hatte ziemlich viel Glück. Aber das Sprichwort „Glück im Spiel, Pech in der Liebe“ scheint es im Englischen nicht zu geben, jedenfalls kannten es die anderen beiden nicht. Mittwoch wurde dann gesurft. Naja, zumindest haben wir uns ein Surfbrett ausgeliehen. Jen hatte schon mal Stunden in Kanada genommen und so spielte sie den braungebrannten sunshine Surflehrer von Bondi Beach :) Immerhin habe ich es geschafft, drei Wellen im Paddeln zu kriegen. Ich war auch mehr damit beschäftigt, nach den blue jelly fishes zu gucken, die vereinzelt am Strand lagen. Aber surfing ist ja mal so genial. Das war sicher nicht das letzte Mal. Gestern gönnte ich meiner Haut dann mal ein bisschen Pause… Die Sonne ist wirklich so extrem wie alle immer sagen. Von meinem heftigen Sonnenbrand mal abgesehen, laufen hier doch viele Australier mit Hautstörungen rum. Ich hab auch gelesen, dass 60% der Australier in ihrem Leben an Hautkrebs erkranken. Die Regierung versucht mit massig Werbung zu sensibilisieren. So wurde hier eine Simpsonsfolge von 22 Minuten zwei Mal durch Werbung unterbrochen, wo dann jeder zweite Spot zum Thema Hautschutz lief, der Rest glich einer Antirauchkampagne. Jedenfalls war ich an der Uni, um dort mal den Papierkram zu erledigen. Ich hab jetzt meine student ID card, meinen studentmail account und ich hab es sogar schon geschafft, mich für drei Kurse online zu registrieren. Alles etwas umständlicher hier. Meine ID Nummer ist auch der Hammer, da lob ich mir doch meine Idioten sichere Matrikelnummer der TU :) Am Abend stand dann wieder das wöchentliche Backpackers BBQ in der Brewery an. Diesmal doch deutlich feucht-fröhlicher. Erstens war ich nicht müde und zweitens hat unser Team ein 50 AUD dotiertes Quiz gewonnen. Die entscheidende Frage war übrigens: What’s the correct translation of „Lederhosen“? Außerdem spielte eine ziemlich gute Band… Allerdings mussten wir dann erfahren, was es heißt, in Australien aus zu gehen. Exakt 23.30h wurde das Licht angemacht, die Musik ging aus und die Bar war geschlossen. Innerhalb von 2 Minuten wurden wir dann auch „raus geschoben“. Auch der Versuch noch wo anders einen Drink zu finden, scheiterte :( So mussten wir auf unsere Flasche Dragon Breath von der Hunter Valley Tour zurückgreifen. Butterscotch Schnaps with Chili. Mehr sag ich dann mal nicht dazu… Heute Morgen hat Jen dann leider das Hostel Richtung Sydney verlassen und ich muss mich weiter um eine Bleibe kümmern. Bis die Tage!